• julianaklee

KMUs und Klimamanagement

Wie gehen Sie mit Klimarisiken um?




Nach neuesten Erkenntnissen wird die Erde bis zum Jahr 2026 zumindest vorübergehend die 1,5°C Erderwärmung erreicht haben. Mehr als 41% der Weltbevölkerung werden stark von den Auswirkungen des Klimawandels, wie Dürre, Überschwemmungen und Hitze betroffen sein. Diese globale Problematik wirkt sich auch in Deutschland auf unterschiedliche Arten und Weisen aus. Bisherige Geschäftsmodelle, Unternehmen, ja ganze Branchen sind durch die Klimakrise langfristig gefährdet oder sogar überflüssig. Da spielt die Unternehmensgröße kaum merklich eine Rolle. Unsere immer mehr miteinander verwobenen globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten mit unterschiedlichsten Akteuren sind unverkennbar durch Auswirkungen des Klimawandels betroffen.


Dieser Post richtet sich besonders an Unternehmen mit mittlerer Größe (bis ca. 500 Beschäftigte). Wir stellen uns der Frage: "Wie gelingt die Anpassung an den Klimawandel vor dem Hintergrund limitierter interner Ressourcen?" Wir wollen mit diesem Blogpost Wissen über die künftigen Auswirkungen des Klimawandels bereitstellen, um Ihre unternehmerische Eigenvorsorge und Anpassungsfähigkeit zu fördern und zu unterstützen.


  1. Was ist das Problem?

  2. Faktencheck: Was kostet uns der Klimawandel?

  3. Warum brauchen KMUs ein Klimamanagement?

  4. Wir stellen vor: Wo finden KMUs Unterstützung und Hilfestellungen?




1. Was ist das Problem?

Gerade mittelgroße Unternehmen (hier vereinfacht als KMU beschrieben) sind mit ihren internen Funktionen sehr konzentriert auf das Kerngeschäft aufgestellt. Oftmals fehlen personelle Ressourcen, die sich explizit und systematisch dem Thema Klimaschutz und Klimaanpassung widmen und internes Wissen über die Thematik und deren Folgen aufbauen. Es gibt wenige Daten, die beschreiben wie KMU sich auf den Klimawandel vorbereiten, da eine Veröffentlichung dieser Informationen bisher der Freiwilligkeit unterliegt. Unsere Erfahrung zeigt, dass parallel zum Kerngeschäft häufig die Zeit für systematische Bewertungen zur eigenen Betroffenheit gegenüber Klimarisiken fehlt, aber auch die potenziellen finanziellen Auswirkungen unterschätzt werden.


2. Faktencheck: Was kostet uns der Klimawandel?

Die Wissenschaft ist deutlich – die Folgen der Klimakrise werden uns weitaus mehr kosten, als unsere Investitionen sie zu mindern. Das heißt, wenn wir zu spät oder gar nicht handeln, werden die Auswirkungen der Klimakrise zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden führen.

Eine Studie zum Thema Klimafolgekosten in Deutschland aus 2022 im Auftrag vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) zeigt: Von 2000 bis heute haben uns die Schäden des Klimawandels in Deutschland jährlich 6,6 Milliarden Euro gekostet. Insgesamt sind das 145 Milliarden Euro. Nach Angaben der Studie ist das allerdings auch nur ein Teil der Kosten. Die Schadenssumme liege wohl noch deutlich höher, da viele Effekte nicht erfasst werden können. Allein die Extremwetterereignisse in den Jahren 2018 bis 2021 (inklusive der Flut in Rheinlandpfalz 2021) beträgt über 80 Mrd. €, was in etwa dem Neupreis von über 266.000 Einfamilienhäusern entspricht!


Anpassungsmaßnahmen sind dringend notwendig, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und den Menschen zu schützen. Heutige Investitionen kosten uns unterm Strich weniger als die Schäden aus der Klimakrise ohne Anpassungsmaßnahmen.

Ein Blick in die Zukunft zeigt die geschätzten Kosten je Branche aufgrund von Schäden durch den Klimawandel bis 2050:



3. Warum brauchen KMUs ein Klimamanagement?

Regulatorik

Die weltweiten Regularien nehmen weiter zu. Bisher nahmen bestehende Regularien vor allem große Unternehmen und Konzerne in die Pflicht. Doch neue Klima-Gesetze, wie beispielsweise die CSRD, betreffen nun deutlich mehr Unternehmen: Ab 2025 müssen Unternehmen, die zwei von drei Kriterien (mind. 250 MA, 20 Mio € Bilanzsumme, 40 Mio € Umsatz) erfüllen, eine umfangreiche Klimaberichterstattung über das Geschäftsjahr (GF) 2024 erstellen. Ab 2027 gilt Gleiches dann für börsennotierte KMUs für das GF 2026. Zudem werden bestehende Richtlinien zukünftig auf kleinere Unternehmen ausgeweitet. Es wird nicht lange dauern, da tangiert unteranderem das Deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz unternehmerische Handlungen von KMUs.


Eigene Risikovorsorge

Die Folgen des Klimawandels betreffen Unternehmen unabhängig von ihrer Größe. Der Standort ist zunehmend vom Auftreten extremer Wetterereignisse betroffen: Überschwemmungen durch vermehrte Starkregenfälle oder sinkende Produktionskapazitäten durch Hitzewellen. Aber vor allem in der Lieferkette können Klimarisiken zu Ressourcen- und Lieferengpässen führen. Unternehmen müssen die Risiken und Chancen des eigenen Geschäftsmodells frühzeitig erkennen, um sie entsprechend steuern und Risikovorsorge betreiben zu können. Ein Klimarisikomanagement analysiert, wie die Lieferkette und die Unternehmensstandorte von Klimarisiken betroffen sind und wo Anpassungen des Geschäftsmodells notwendig sind. Die Antwort auf die Frage, ob sich das Unternehmen leisten kann, auf Klimaaktivitäten/Klimavorsorge zu verzichten, wird dadurch schnell klar: Nein!


Druck von Stakeholdern

Die Anforderungen von unterschiedlichsten Stakeholdern, wie Kund:innen, Investor:innen, NGOs und Konsument:innen verändern sich dynamisch und stellen neue Erwartungen an Unternehmen ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung gerecht zu werden. Kund:innen fragen vermehrt nach nachhaltigen klimafreundlichen Produkten und Dienstleistungen. Sorgfaltspflichten werden über die Lieferkette weitergegeben, indem berichtspflichte Kund:innen und Partner:innen die Informationen von ihren Lieferanten erfragen. Es werde neue Standards zur Zusammenarbeit gesetzt, wie beispielsweise ein bestehendes Klimamanagement.

Kein Unternehmen kann über Nacht allen Erwartungen gerecht werden. Dazu braucht es ein effektives und ganzheitliches Klimamanagement als Grundlage für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Eine strategische Herangehensweise an selbst gesetzte ambitionierte Ziele, wirkt innovationsfördernd und bringt Unternehmen Wettbewerbsvorteile.



4. Wir stellen vor: Wo finden KMUs Unterstützung und Hilfestellungen?

Für Selbstlerner: Die Welt ist voll von Leitfäden und Checklisten. Wir empfehlen Ihnen eine mit Bedacht ausgewählte Auswahl. Jeden dieser Leitfäden können Sie für sich als Unternehmen nutzen und an Ihre Strukturen anpassen. Die Leitfäden liefern viele gute und ganzheitliche Informationen, wie Sie ihr Klimamanagement angehen können.


Klimacheck. Leitfaden zum Management von Klimarisiken im industriellen Mittelstand






Einführung Klimamanagement: Schritt für Schritt zu einem effektiven Klimamanagement in Unternehmen








Sie suchen Unterstützung?


Für einen schnellen und systematischen Einstieg ins Klimamanagement begleiten wir Sie mit der Klimaprüfung. Sie ist ein branchenunabhängiges Assessment zur Erfassung des Satus Quo Ihres Klimamanagements und Ihres Klimareifegrads. Danach kennen Sie Ihre Handlungsfelder und alle zukünftigen Anforderungen.


Unterstützung bei der Identifikation Ihrer Klimarisiken und Chancen finden Sie mit unserem Klimarisiko-Assessmenttool. Dieses bietet einen sehr strukturierten und umfassenden Ansatz, um das Gefährdungspotenzial Ihres Geschäftsmodells zu prüfen.


Wir ermutigen Sie: Stellen Sie die Zukunftsfähigkeit Ihres Geschäftsmodells sicher indem Sie sich im Klimamanagement aufstellen und ihre wesentlichen Klimarisiken und Chancen kennen.







Quellen der Inspiration


Content Map: „Nachhaltiges Wirtschaften

Podcast: „Der Gradmesser

Webinarreihe des Global Compact: Klimamanagement für KMUs. Veranstaltungen aus Februar 2021 finden Sie hier. Neue Termine ab 28.Juli Webinarreihe Klimamanagement für KMUs.


Bildquelle. Unsplash