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UN-Klimakonferenz: Glasgow 2021

Aktualisiert: Sept 7

Die Weltgemeinschaft muss endlich abliefern!

Schnappen Sie sich eine Portion Popcorn, denn es wird spannend!

  1. Die Welt hat Fieber - Eine Diagnose

  2. Was bisher geschah – Ein Überblick

  3. Was erwartet wird – Ein Stimmungsbild

  4. Was verhandelt werden sollte – Ein Wunschzettel

  5. Welche wichtigen Akteure zu erwarten sind – Eine Gästeliste

  6. Was heißt das nun für Sie als Unternehmen?


Die letzten Monate waren nervenaufreibend, frustrierend, niederschmetternd… absurd. Und es ist kein Ende in Sicht. Der Blick auf die Bundestagswahl zeigt einen Wahlkampf, der fast schon einer schlechten Soap gleicht. Mit mehr Spannung sollte sich der Blick allerdings Richtung dem schottischen Glasgow richten, wo Anfang November die 26. Weltklimakonferenz stattfindet.

Die Klimakonferenz wurde 2020 pandemiebedingt auf das Folgejahr verschoben. Zuerst wurde das als ein herber Rückschlag für das Klima wahrgenommen, weil genau diese Weltklimakonferenz als Wichtigste seit langer Zeit galt. Aber vielleicht kam dieser zunächst gefühlte Rückschlag fürs Klima sogar zur richtigen Zeit, denn die Klimakonferenz 2019 in Madrid hinterließ frustrierende Ergebnisse und noch viele offene Themen. Ein weiterer Vorteil ist nun, dass durch die Abwahl des US-Präsidenten Donald Trump die Setzung strikterer Klimaziele weniger behindert werden.



1. Die Welt hat Fieber - eine Diagnose

Wissenschaftler:innen warnen schon seit Jahren vor den gravierenden Auswirkungen der Klimaerwärmung. Seit der Industrialisierung steigt die weltweite Durchschnittstemperatur unserer Luft (siehe Abbildung). Und wir Menschen sind für diesen Anstieg verantwortlich.


Das UN-Klimasekretariat stellte Ende Februar 2021 fest: Die Einhaltung des 1,5 Grad Ziels und somit die Erfüllung des Pariser Klimaabkommens sind nur möglich durch teils einschneidende Regulierungen. Der UNO-Weltklimarat (IPPC) veröffentlichte Anfang August den ersten Teil des sechsten Sachstandsberichts. Dieser zeigt: das kommende Jahrzehnt ist entscheidend für die Sicherung unserer Zukunft.

2. Was bisher geschah – Ein Überblick

Dezember 2019: Weltklimakonferenz Madrid: Die Ergebnisse werden der dringenden Situation nicht gerecht. Die Staaten sollen eine Langfriststrategie bis 2050 vorlegen. EU lieferte bereits mit Europäischem Green Deal. Einen ausführlichen Analysebericht zur Weltklimakonferenz in Madrid durch das Wuppertaler Institut finden Sie hier.

April 2020: 11. Petersberger Klimadialog, eine Plattform für den informellen Austausch auf politischer Ebene. Vorbereitung mit ca. 35 teilnehmenden Staaten (digital): wie können verbesserte Klimaschutz-Zusagen der Staatengemeinschaft erzielt werden, um das Zwei-Grad-Ziel der Vereinten Nationen noch erreichen zu können.

29.März.2021: Das deutsche Bundesverfassungsgericht befand das deutsche Klimaschutzgesetz als unzureichend.

April 2021: Internationaler Tag der Erde: Joe Biden lud 40 führende Politiker:innen ein, um über Klimapolitik zu sprechen (darunter waren auch Regierungschefs der 17 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer).

06.-07.Mai.2021: 12. Petersberger Klimadialog, wo Minister:innen aus 40 Ländern kamen zusammen. Der Klimadialog wird ohne konkrete Ergebnisse beendet.

09.August.2021: laut IPCC Bericht (AR6) wird eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad in diesem Jahrhundert für möglich gehalten. ABER nur: wenn Emissionen stark reduziert werden und bis 2060 auf null sinken.

3. Was wird erwartet? – Ein Stimmungsbild

Viele Stimmen machen sich in der Zeit vor der Konferenz bemerkbar, wie unteranderem die Bundesumweltministerin Svenja Schulze:


„Wenn wir die Erderhitzung erfolgreich bekämpfen wollen, ist aber Zusammenhalt, ist der gemeinsame Wille zum Handeln unverzichtbar.“


Boris Johnson zeigt ebenfalls sein Engagement für den Klimaschutz:

Kohle soll Geschichte werden, Umstieg auf saubere Energiequellen und Klimafinanzierung für betroffene Länder bereitstellen.“

Unser Umweltminister aus Schleswig-Holstein, Philipp Albrecht ist eine weitere Stimme, die sich auf praxisorientierte Lösungen fokussiert:

„Erkenntnisse aus der Wissenschaft zeigen, dass ohne radikalen Klimaschutz wir auf eine Katastrophe hinlaufen.“

Auch Annalena Baerbock stellt klar:

"Die Klimakonferenz in Glasgow muss zum Klima-Turning-Point werden, denn nur dann haben wir die Chance, vom aktuellen Über-Drei-Grad-Pfad auf den 1,5-Grad-Pfad von Paris zu kommen.“

Generell scheinen sich Politiker:innen durch die Bank weg (zumindest mündlich) einig zu sein: Es muss jetzt gehandelt werden!

Somit setzen Wirtschaft und Politik auf die Konferenz und treiben die Erwartungen nach oben, denn:

  • Die Konferenz in Madrid 2019 war ernüchternd

  • 2020 ist die Konferenz ausgefallen und es ist ein Jahr Zeit verloren gegangen

  • Die USA ist wieder mit an Board

  • Die Welt-Bevölkerung erlebte in den letzten 5 Jahren spürbare Veränderungen durch extreme Wetterverhältnisse (zuletzt die Flutkatastrophe in NRW, Waldbrände und extreme Hitze in Griechenland, Spanien usw.)

  • IPCC Bericht ist konkreter als jemals zuvor und macht klar: kommendes Jahrzehnt ist entscheidend für die Sicherung der Lebensgrundlagen unserer und zukünftiger Generationen

4. Was sollte verhandelt werden? – Ein Wunschzettel

Wir sitzen alle in einem Boot, und sollten daher auch alle an einem Strang ziehen. Deshalb sind die großen Wirtschaftsmächte (EU, USA, China und Indien) gefragt, denn ihre Kraft gleicht einem Goliath. Wenn Sie sich gemeinsam bewegen, radikale Maßnahmen ergreifen und große Schritte Richtung Klimaschutz machen, können sie etwas bewegen.

Zu verhandeln sind also: Wesentliche Klimaschutzinstrumente, die unsere Treibhausgasemissionen mindern (EU-Emissionshandel) und neue Ziele für die Aktivitäten außerhalb des Emissionshandels (wie Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft).

5. Welche wichtigen Akteure sind zu erwarten? – Eine Gästeliste

Anzutreffen sind unter anderem die 197 Signatarstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen und bis zu 2000 NGOs als Beobachtende, wie z.B. OroVerde. Als zwischenstaatliche Organisationen sind 100 Vertreter:innen zu erwarten, wie z.B. die WHO.

Bekannte Personen, wie Papst Franziskus, Greta Thunberg und John Kerry (Sonderbeauftragter für Klimaschutz der USA) werden ebenfalls präsent sein. Präsident und Aushängeschild der Konferenz ist der Staatsekretär für Wirtschaft, Energie und Industriestrategie Alok Sharma.


Und wie finanziert sich eigentlich der COP26? Die früheren Weltklimakonferenzen wurden mittels Sponsorengeldern von Unternehmen gefördert, welche fossile Energieträger nutzen. Die diesjährige COP sprach sich dafür aus, nur noch Sponsoren zuzulassen, die mit den Zielen des COP26 übereinstimmen und einen nachweislichen Beitrag für den Klimaschutz leisten. Darunter fallen unteranderem Organisationen wie SSE plc, Scottish Power, NatWest Group und National Grid. Wie das Engagement der Unternehmen gemessen und geprüft wird, bleibt allerdings unausgesprochen.


6. Was heißt das nun für Sie als Unternehmen?

Eine Frage wird sich sicherlich jeder während der Konferenz stellen:


Wird die Weltgemeinschaft es schaffen sich auf die notwendigen Klimaziele zu verständigen?


Und diese Frage hat es in sich, denn davon ist abhängig wie viel Wohlstand, Freiheit und Sicherheit uns bleibt. Die klimaregulatorische Dynamik ist bereits sehr hoch. Beispiele sind neue Gesetzesgrundlagen, wie der EU Green Deal, die EU-Taxonomie oder das Lieferkettengesetz. Und diese Dynamik wird weiter zunehmen. Um das 1,5 Grad Ziel zu erreichen, muss sich ein einschneidender Wandel in der Klimapolitik etablieren, welcher die großen Wirtschaftsmächte ins Handeln versetzt.


Sie als Unternehmen sollten besonderen Fokus auf die Klimakonferenz legen und informiert bleiben, welche Verabredungen resultieren. Eine proaktive und nachhaltige Ausrichtung ihrer unternehmerischen Tätigkeiten und der Aufbau eines ganzheitlichen Klimamanagements, sichert ihre Wettbewerbsfähigkeit. So können sie ihr Unternehmen erfolgreich in einem Markt positionieren, der auf Grund der regulatorischen Anforderungen nicht nachhaltige Geschäftsmodelle ablöst und nachhaltige Geschäftsmodelle fördert.

Denn eins ist sicher: Die Nachhaltigkeitstransformation ist in vollem Gange!



Fragen Sie nach Unterstützung von unseren Expertinnen. Lassen Sie sich beraten. Denn: Sie sind nicht allein. Lernen und profitieren Sie von anderen Unternehmen und werden Sie selbst aktiv, besser noch: kreativ. In unseren KLIMA Thinking Circles bringen wir sie mit anderen Unternehmen zusammen die vor denselben Herausforderungen stehen, um gemeinsam ein nachhaltiges Unternehmen und erfolgreiches Klimamanagement aufzubauen.


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