• julianaklee

Think Circular | Arbeitskleidung im Mietservice

Aktualisiert: Nov 10

...kann Treibhausgasemissionen um bis zu 50% senken




Warum eigentlich Kreislaufwirtschaft?

Derzeitige Konsummuster und Produktionsverfahren sind charakterisiert für eine Art des Wirtschaftens die einer linearen Struktur folgt. Lange Zeit erschien dieses Vorgehen wirtschaftlich rentabel. Allerdings haben solche Geschäftsprozesse starke negative Folgen für Mensch und Umwelt und stellen auch materielle Risiken für Unternehmen dar. Die Folgen des linearen Wirtschaftsmodells wiegen schwer. Das zeigt auch der Earth Overshoot Day. Im Jahr 2021 erreicht am 29. Juli. Die Europäische Union hat verstanden, dass wir eine Transformation hin zu einem zukunftsorientieren, sauberen und konkurrenzfähigem Wirtschaftsmodell brauchen, welches in Kreisläufen funktioniert. Dazu knüpft der im März 2020 veröffentlichte Action Plan „Circular Economy“ an den ersten Entwurf aus 2015 an, welcher Maßnahmen und Grundlagen beinhaltet, um die nachhaltige Entwicklung in der Wirtschaft zu stärken und maßgeblich voranzutreiben.

Pioniere, wie die CWS-Gruppe, zeigen, wie ein kreislauffähiges Geschäftsmodell in die Praxis aussehen kann – und viel wichtiger noch: es zeigt, dass eine Transformation hin zu einer nachhaltigen Entwicklung nicht abstrakt, weniger rentabel oder „Humbug“ ist, sondern am Ende des Tages sogar den Unternehmenswert steigert.

Folgende diskutierte Analyse zeigt, wie groß der Vorteil eines zirkulären Geschäftsmodells für die Umwelt sein kann.


Die Textilbranche ist sehr ressourcen- und emissionsintensiv, was

unsere Umwelt stark belastet. Der Anteil der Textilindustrie an den weltweiten Treibhausgasemissionen wird auf rund 4% geschätzt (McKinsey 2020). Der Löwenanteil der negativen Umweltauswirkungen entsteht in der vorgelagerten Wertschöpfungskette. Die Rohstoffgewinnung und die eingesetzten Produktionsverfahren sind demnach entscheidend. Das hat zur Konsequenz, dass die Verlängerung der Nutzungsphase die nachteiligen Umweltauswirkungen reduziert.

Grafik 1: Umwelt-Hot-Spots; Quelle: Quantis and Hugo Boss (2017): 2nd Edition of the Environmental Impact Valuation as base for a Sustainable Fashion Strategy.


In Zusammenarbeit mit der CWS-Gruppe, die als ganzheitlicher Systemanbieter für nachhaltige Lösungen in den Bereichen Hygiene, Matten, Berufskleidung, Brandschutz, Reinraum sowie Gesundheit und Pflege auf Mietlösungen setzt, entstand die Klima-Analyse. Die vorliegende Untersuchung stellt zwei konkrete Szenarien für den Umgang mit Arbeitskleidung gegenüber: ein lineares und ein zirkuläres. Dies ermöglicht, die Vorteile in Bezug auf die CO2-Einsparpotenziale eines Kreislaufwirtschaftsmodells im Vergleich zu einem konventionellen Verkaufsmodells aufzuzeigen.


Wie sind wir vorgegangen? Wir sind von einer in Deutschland lebenden Person ausgegangen, die ein Jahr lang mit Berufskleidung versorgt wird (das kann z.B. ein KFZ-MechatronikerIn, BäckereifachverkäuferIn oder auch eine Personenschützerausrüstung sein). Dabei fokussiert sich die Klima-Analyse auf den Wiedereinsatz von Gebrauchtkleidung und die Reparatur beschädigter Kleidungsstücke. Dazu wurde ein zirkuläres System (Mietservice) mit einem linearen System (Person kauft, pflegt und wäscht selbst seine Kleidung selbst) verglichen.


Für die Berechnung haben wir Informationen von vier verschiedenen Kollektionen für Arbeitskleidung aus Deutschland aus dem Jahr 2019 herangezogen, die sich auf mindestens 550.000 Artikelbearbeitungen beliefen (eine Blue-Wear-, eine Industrie-Kollektion, eine Catering- & Servicekollektion sowie eine Persönliche Schutzausrüstung (PSA)-Kollektion aus dem Bereich high visibility . Es wird davon ausgegangen, dass jede Person seine Kleidung – unabhängig ob im zirkulären oder linearen System – 46-mal wäscht.


Grafik 2: Systemunterschiede

Einige wichtige Fakten vorab:


Allgemeine Prämissen der Kreislaufwirtschaft:

Je länger ein Produkt bei unvermindertem Nutzen in Gebrauch bleibt, desto weniger Produkte müssen neu produziert werden, um die alten zu ersetzen.


Je weniger Produkte produziert werden, desto geringer fallen die Umweltbelastungen in der vorgelagerten Wertschöpfung aus.


Konkret bedeutet das: Wird die Lebensdauer eines Textilprodukts verdoppelt, halbieren sich die Treibhausgasemissionen pro Nutzung.

Für die Klima-Analyse sind wir ebenfalls von diesen Annahmen ausgegangen. Zudem haben wir die Annahme getroffen, dass Anreize für die Verlängerung der Produktlebenszyklen erfolgen, die im linearen System nicht systematisch etabliert werden (Bsp.: Einsatz höherer Produktqualität).


Was sind die Erkenntnisse? Die vorliegende Untersuchung zeigt deutlich, dass Circular Services wie Reparatur und Wiederverwendung erhebliche Umweltvorteile bieten. Im linearen System entstehen pro Person ungefähr 72 Kilogramm Kohlendioxid innerhalb eines Jahres. Durch einen Mietservice, der die kaputte Arbeitskleidung repariert, oder diese durch bereits gebrauchte Produkte ersetzt, senken sich die Treibhausgasemissionen um knapp 50% (36kg Kohlendioxid). Dabei ist auch der Transport durch die Fahrzeuge der CWS mit berücksichtigt. Ohne diesen könnten noch weitere 19 kg Kohlendioxid eingespart werden.

Durchschnittliche CO2-Belastung (kg CO2 die entstehen, wenn man einen Arbeiter ein Jahr lang mit Arbeitskleidung ausstattet)
Grafik 3: Vorteile des zirkulären Systems Mieten vs. kaufen: Durchschnittliche CO2-Belastung (kg CO2, die entstehen, wenn man einen Arbeiter ein Jahr lang mit Workwear ausstattet)

Und jetzt…? Die Untersuchung bestätigt die Prämisse der Kreislaufwirtschaft, dass je mehr Kleidung in Kreisläufen geführt wird, beispielsweise durch Reparatur oder den Einsatz von Gebrauchtware, desto weniger CO2 Emissionen werden emittiert. Der geringe Einsatz von Neuware hat auch zur Folge, dass weniger Neues produziert werden muss. Jedes Teil was nicht extra produziert wird, versursacht schließlich auch keine Treibhausgasemissionen und schützt unsere sehr fragile Umwelt.

Beginnen Sie schon heute Ihre Geschäftsmodelle für die Ära der Kreislaufwirtschaft fit zu machen. Sprechen Sie uns an! Wir unterstützen Sie gerne bei der Entwicklung zirkulärer Geschäftsmodelle die zu Ihnen passen. Bitte beachten Sie:

  1. Die Analyse ist keine wissenschaftliche Studie und die Daten sind nicht repräsentativ (es können keine Aussagen über andere Anbieter getroffen werden)

  2. Die Aussagekraft der Analyse hängt von zwei Faktoren (Reparatur- und Wiederverwendungsraten) ab, die geschätzt wurden

  3. Es bleibt die Frage offen, ab wann sich ein zirkuläres System lohnt (manche beanspruchen ihre Kleidung sehr viel weniger, als andere, z.B. BlueWear Kollektionen im Vergleich zur Gastronomie)



Sollten Sie Interesse an der gesamten Untersuchung haben, steht Ihnen gerne das CWS-Team mit allen nötigen Informationen zur Seite.






Hier finden Sie weiterführende Informationen:


CWS Artikel: https://www.cws.com/de-DE/press/arbeitskleidung-im-mietservice-reduziert-co2-emissionen-um-bis-zu-76-prozent-2021-05-28


McKinsey 2020: https://www.mckinsey.com/~/media/McKinsey/Industries/Retail/Our%20Insights/Fashion%20on%20climate/Fashion-on-climate-Full-report.pdf


Systain und Adelphi 2017: https://www.adelphi.de/en/system/files/mediathek/bilder/Umweltatlas%20Lieferkette%20-%20adelphi-Systain-englisch.pdf



Lassen Sie sich inspirieren!

Podcast:

ecozentrisch https://meinpodcast.de/ecozentrisch/


Literatur:

Was sagt die EU? https://eu-recycling.com/Archive/25851


Mode nach Cradle to Cradle: https://enorm-magazin.de/wirtschaft/kreislaufwirtschaft/cradle-to-cradle/kreislaufwirtschaft-mode-nach-cradle-to-cradle


Textilien und Kreislaufwirtschaft in Großbritannien https://www.circular-economy.swiss/2020/12/21/textilien-und-kreislaufwirtschaft/


Was Sie als Verbraucher tun können: https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/haushalt-wohnen/bekleidung#unsere-tipps